Case Study: Tummelplatz, Graz
Wie lässt sich ein innerstädtischer Platz fit für zunehmende Hitze machen?
Am Fallbeispiel des Tummelplatzes in Graz (Österreich) zeigen wir, wie Erdbeobachtungs- und Geodaten im Hitzesommer 2026 dabei geholfen haben, Hitzeinseln sichtbar zu machen, Grünpotenziale zu erkennen und Klimaanpassungsmaßnahmen räumlich zu priorisieren.
Hitze verstehen
Besonders belastete Bereiche wurden erkannt und identifiziert.
Potenziale erkennen
Flächen für Begrünung, Entsiegelung und Verschattung wurden lokalisiert.
Maßnahmen priorisieren
Investitionen können dort eingesetzt werden, wo sie den größten Beitrag zur Klimaanpassung leisten.

Ein typischer innerstädtischer Platz im Klimawandel
Dichte Bebauung, große befestigte Flächen und vergleichsweise wenig Vegetation prägen den Tummelplatz. An heißen Sommertagen können sich diese Bereiche besonders stark aufheizen und die Aufenthaltsqualität deutlich reduzieren.
2.945 m²
Versiegelte Flächen
Begrenztes Stadtgrün
Dichte Bebauung
Den Stadtraum aus einer neuen Perspektive betrachten
Im Sommer 2026 zeigte die Analyse nicht nur, wo sich der Tummelplatz besonders stark aufheizte, sondern auch, welche räumlichen Faktoren dazu beitrugen. Versiegelte Flächen, fehlende Verschattung und bestehende Grünstrukturen wurden dafür gemeinsam betrachtet. So ließ sich konkret identifizieren, an welchen Stellen Entsiegelung, zusätzliche Begrünung, neue Bäume oder Verschattung besonders wirkungsvoll eingesetzt werden konnten und welches Potenzial für eine klimaangepasste Gestaltung des Tummelplatzes bestand.
Nicht jede Fläche muss umgestaltet werden. Entscheidend ist, die richtigen Flächen zu finden.
Gerade in dicht bebauten Innenstädten sind Platz, Budget und planerische Spielräume begrenzt. Eine datenbasierte Analyse kann deshalb dabei helfen, jene Teilflächen zu identifizieren, bei denen Maßnahmen wie Begrünung, Entsiegelung oder Verschattung voraussichtlich den größten Nutzen entfalten.

Wie könnte ein klimaangepasster Tummelplatz aussehen?
Der Tummelplatz bietet verschiedene Möglichkeiten für Bäume, Fassadenbegrünung und flexible Verschattungselemente. Sie reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung und schaffen angenehmere Aufenthaltsbereiche.
Die Visualisierung übersetzt abstrakte Klimadaten in ein verständliches räumliches Zielbild und erleichtert damit die Diskussion zwischen Verwaltung, Stadtplanung, Politik und weiteren Beteiligten.
Tummelplatz mit Blick auf die Bürgergasse
Auf Grundlage der räumlichen Analyse wurden unterschiedliche Maßnahmen für den ausgewählten Bereiche untersucht. Denkbar sind beispielsweise zusätzliche Vegetation, gezielte Entsiegelung, Verschattung oder die Kombination mehrerer Maßnahmen.

Tummelplatz mit Blick in Richtung Osten

Tummelplatz (Vogelperspektive)
Gezielte Entsiegelung in Kombination mit neuen Grünflächen kann die Aufheizung des Platzes deutlich reduzieren. Durch die ausgewählten Maßnahmen können die Oberflächentemperaturen lokal um bis zu 15–20 °C gesenkt werden.
Aus Daten wurden konkrete Maßnahmen
Die Analyse zeigte, mit welcher Kombination aus Entsiegelung, Begrünung und Verschattung die Hitzebelastung am Tummelplatz gezielt reduziert werden konnte.
20 %
Entsiegelung und Herstellung von Grünflächen
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25
neue klimaresiliente Baumpflanzungen
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200 m²
Verschattung durch Sonnensegel
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bis zu
15–20 °C
lokal niedrigere Oberflächentemperatur
Hohe Wirkung - Verhältnismäßiger Eingriff
Für das rund 5.166 m² große Untersuchungsgebiet zeigte sich diese Kombination als besonders wirkungsvoll. Sie verbindet eine deutliche lokale Kühlwirkung mit einem verhältnismäßigen Eingriff in den bestehenden Stadtraum.
Mehr ist dabei nicht automatisch effizienter
Eine weitere Ausweitung der Maßnahmen könnte die Kühlwirkung zusätzlich erhöhen. Die Investitionskosten würden jedoch zunehmend stärker steigen als der zusätzliche thermische Nutzen.
* Potenzialwerte auf Basis eines exemplarischen Szenarios. Die tatsächliche Wirkung ist abhängig von Ausführung, Vegetation, Verschattung und Witterungsbedingungen.

